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'Hatching' – Der Embryo schlüpft

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Die Eizelle ist von einer festen aber elastischen Schutzhülle umgeben, der sogenannten Zona pellucida (lat.: Glashaut). Diese hat verschiedene Funktionen. Nach dem Eisprung schützt die Zona pellucida die Eizelle vor äußeren mechanischen und chemischen Einflüssen. Beim Befruchtungsvorgang stellt Sie eine wirksame Barriere für Spermien dar und hilft damit der Eizelle, dass diese schließlich nur von einem einzigen Spermium befruchtet wird. Während der ersten Teilungen des Embryos hält Sie die einzelnen Embryozellen solange beieinander bis diese ab dem Achtzellstadium zusammenwachsen können. Nachdem der Embryo das Blastozystenstadium erreicht hat, reißt die Zona pellucida durch die Expansion des Embryos auf, der Embryo verlässt die schützende Hülle (er schlüpft, engl.: hatching) und nistet sich in der Gebärmutterschleimhaut ein.


Assisted Hatching – Hilfe beim Schlüpfen des Embryos


Achtzeller nach Laserperforation
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Das Schlüpfen des Embryos ist für die Einnistung unbedingte Voraussetzung und ein natürlicher Vorgang. Unterbleibt es, weil die die Zona pellucida nicht aufreißt, bleibt der Embryo in der Hülle gefangen und kann sich nicht einnisten. Eine Schwangerschaft kann nicht entstehen.
Mit dem 'Assisted Hatching' (= Schlüpfhilfe) wird versucht, dem Embryo das Verlassen der Zona pellucida zu erleichtern. Dazu wird die Zona pellucida perforiert (durchlöchert) oder ausgedünnt.
Assisted Hatching kann mit Hilfe verschiedener Techniken erfolgen:


  • Mit einem Laser. Hierbei wird ein Infrarotlaser über das Mikroskop auf den Rand der Eizellhülle gerichtet und diese dann durch einen kurzen Lichtimpuls perforiert. Diese Technik bietet durch die exakte Einstellung große Sicherheit und durch die berührungslose Handhabung absolute Kontaminationsfreiheit.
  • Mit einer Glasnadel. Bei dieser mechnischen 'partiellen Zonadissektion' wird die Hülle mit einer mikroskopisch feinen Glasnadel teilweise aufgeschnitten. Diese Methode ist sehr aufwendig und erfordert großes Geschick im Umgang mit den mikroskopischen Instrumenten.
  • Mit Hilfe von Säure.  Bei dieser chemischen Methode wird eine sehr geringe Menge von Säure über die zona pellucida gebracht, was eine Ausdünnung derselben bewirkt. Es ist ein technisch sehr aufwendiges Verfahren, bei dem die Dosierung von Säure sehr kritisch ist.
     
    In unserem Zentrum novum wird Assisted Hatching seit über zehn Jahren erfolgreich durchgeführt. Nachdem wir zunächst die mechanische Methode angewandt haben, führen wir seit mehreren Jahren das lasergestützte Assisted Hatching durch.

 
Assisted Hatching wird kurz vor dem Embryotransfer durchgeführt.

 

 

Wann ist ’Assisted Hatching’ sinnvoll?

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Eine allgemeine Anwendung von Assisted Hatching bei allen Patienten ist nicht sinnvoll und kann eine Verminderung der Aussichten auf eine Schwangerschaft zu Folge haben. Die Perforation einer normal entwickelten  Eizellhülle kann bei einigen Embryonen dazu führen, dass der Embryo destabilisiert wird, die Zona pellucida vorzeitig aufreißt und der Embryo sich dadurch nicht einnistet.


Assisted Hatching kann nur in Verbindung mit einer IVF- bzw. ICSI-Behandlung durchgeführt werden.

Es besteht international Einvernehmen, dass Assisted Hatching in folgenden Fällen angezeigt ist:

  • Bei mikroskopischem Nachweis einer überdurchschnittlich dicken bzw. optisch dichten Zona pellucida.
  • Bei eingefrorenen und wieder aufgetauten Eizellen/Embryonen (vor einem Kryotransfer)
  • Bei älteren Patientinnen, insbesondere beim Vorliegen einer Hormonstörung (erhöhter FSH-Wert).
  • Bei wiederholt erfolgloser IVF- oder ICSI-Behandlung trotz Befruchtung und normaler Embryoentwicklung.

 

Risiken

Die Erfahrungen mit Assisted Hatching basieren mittlerweile auf mehreren tausend Fällen. Das Verfahren ist aber noch sehr neu, sodass ein abschließendes Urteil, insbesondere über mögliche methodenbedingte  Auswirkungen auf die Entwicklung der mit Hilfe dieses Verfahrens entstandenen Kinder, z. Z. nicht möglich ist.
Bei allen Techniken besteht die Gefahr einer Verletzung des Embryos. Vereinzelt wurden nach AHA über eineiige Zwillinge berichtet.
In unserem Zentrum wurde noch kein Embryo durch Assisted Hatching verletzt.  
Wie jedes andere Behandlungsverfahren ist Assisted Hatching  ein Eingriff, der Ihrer Zustimmung bedarf. Wollen Sie die Leistung in Anspruch nehmen müssen Sie einen Vertrag abschließen und eine Einverständniserklärung unterschreiben.



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