Fertilität nicht eingeschränkt
DÜSSELDORF (grue). Die Verhütung mit der Pille schränkt die Fertilität
nicht ein. Denn nach dem Absetzen werden die meisten Frauen mit Kinderwunsch
innerhalb eines Jahres schwanger. Das konnte jetzt in einer prospektiven Studie
für eine moderne MikropiIle nachgewiesen werden. Nach einer Umfrage
vermutet ein Viertel der Frauen, die hormonell verhüten, daß eine längerfristige
hormonale Kontrazeption die Fruchtbarkeit herabsetzt. Das war Anlaß für eine
prospektive Studie des Unternehmens Jenapharm, in die 700 Frauen mit
Kinderwunsch aufgenommen wurden. Sie hatten zuvor für im Mittel 22 Monate mit
der Mikropille Valette® verhütet. Das erläuterte Professor Herbert Kuhl von
der Universitätsfrauenklinik Frankfurt am Main auf einem Symposium des
Unternehmens in Düsseldorf. Das Präparat enthält 30 µg Ethinylestradiol und 2 mg
Dienogest.
Nach drei Zyklen Pillen-Pause war jede zweite Frau
schwanger Unabhängig von der vorausgegangenen Anwendungsdauer der Pille
wurden die meisten Frauen schnell schwanger, und zwar auch die etwas älteren.
'Nach drei Zyklen waren 56 Prozent der Frauen schwanger, nach sechs Zyklen 83
Prozent und nach zwölf Zyklen 94 Prozent', sagte der Frankfurter Gynäkologe. Von
den ganz jungen Frauen wurde jede zweite schon im ersten Zyklus nach Absetzen
der Pille schwanger, bei älteren Frauen dauerte es etwas länger.
Lange Pillen-Einnahme zögert Schwangerschaft gering hinaus Auch bei
Frauen, die lange mit der Pille verhütet haben, scheine sich die Konzeption
etwas zu verzögern, so Kuhl. 'Nach acht Zyklen entsprach die Rate an
Schwangerschaften aber wieder der altersgleicher Frauen, die vorher nicht
verhütet oder natürliche Methoden der Familienplanung gewählt haben'. Die für
die Mikropille dokumentierte hohe Fertilität nach Absetzen stimme mit
Ergebnissen retrospektiver Studien etwa mit anderen Ovulationshemmern und
Barrieremethoden überein.
Intrauterinpessare können Fertilitätsrate reduzieren Demnach scheint
es für die Erfüllung des Kinderwunsches nicht von Bedeutung zu sein, welches
Verhütungsmittel zuvor verwendet wird. Mit einer Ausnahme: Frauen, die länger
als 6,5 Jahre ein Intrauterinpessar benutzen, haben nach Angaben von Kuhl eine
um 50 Prozent verminderte Schwangerschaftsrate. Vermutlich seien dafür
aufsteigende Genitalinfektionen ursächlich. |