Forscher der Universität Lausanne untersuchen in den nächsten zwei Jahren die Fruchtbarkeit junger Schweizer Männer. Die mit Rekruten geplante Studie soll die Qualität der Spermien und den Einfluss von Umweltbelastungen erforschen.
Das Team um Marc Germond, Professor für Fortpflanzungsmedizin am Universitätsspital Lausanne, untersucht, wie hormonaktive Substanzen aus der Umwelt männliche Keimzellen beeinflussen. Die Schweiz weise gemeinsam mit Dänemark das höchste Vorkommen an Hodenkrebs in ganz Europa aus, wie der Schweizerische Nationalfonds (SNF) heute mitteilt. Verschiedene Beobachtungen deuteten ausserdem darauf hin, dass hormonaktive Substanzen die Samenbildung stören. Bis heute gebe es aber noch keine flächendeckende Untersuchung zur Fruchtbarkeit junger Schweizer Männer. Im Zuge des Nationalen Forschungsprogramms «Hormonaktive Stoffe» soll nun erstmals ein umfassendes Bild über die geografische Verteilung der Spermienqualität in der Schweiz erstellt und Umwelteinflüssen auf die Spur gekommen werden. Dazu werden mindestens 3000 Freiwillige gesucht. Hierzu werden Stellungspflichtige vor der Einberufung angeworben. Die Teilnahme ist freiwillig, anonym und erfolgt ausserhalb des militärischen Dienstbetriebs. Mit der Rekrutierung erhält der Stellungspflichtige ein Infoblatt, ein Einverständnisformular sowie einen Fragebogen für ihn und seine Mutter. Wer schliesslich an der Studie teilnimmt, muss eine Urin-, eine Blut- sowie eine Spermaprobe abgeben. Zudem wird der Proband von einem Arzt urologisch untersucht. Mit Studienresultaten ist ab Mitte 2007 zu rechnen. (wim/sda/ap)