Hormonelle Stimulation - Förderung der Eizellreifung

In vielen Fällen ist eine Anregung der Reifung der Eibläßchen (Follikel) erforderlich. Das ist insbesondere dann der Fall, wenn im Rahmen der Voruntersuchungen eine Störung der Follikelreifung festgestellt wurde. Dabei kommen verschiedene Präparate und Stimulationsprotokolle zur Anwendung, die individuell auf Sie und Ihre momentane Situation zugeschnitten sind.

 

Grundsätzlich findet die Stimulationsbehandlung in den folgenden Situationen statt:

 

1. Im Rahmen der Optimierung der Follikelreifung und Auslösung des Eisprungs zu dem für den Geschlechtsverkehr optimalen Zeitpunkt.

 

2. Vor einer Samenübertragung (Insemination mit Sperma des Partners) sofern Störungen der Follikelreifung festgestellt oder vermutet werden oder eine leichte männliche Fertilitätsstörung vorliegt.

 

3. Vor Übertragung von Spendersamen, sofern die gewünschte Schwangerschaft ohne Hormonstimulation ausgeblieben ist oder eine Störung der Follikelreifung bekannt ist oder vermutet wird.

 

4. Bei Maßnahmen der Befruchtung außerhalb des Körpers (IVF, ICSI), mit dem Ziel einer kontrollierten Hyperstimulation des Eierstocks zur Heranreifung mehrerer Eibläschen, Entnahme und Zusammenführung mehrerer Eizellen mit den Samenzellen des Partners. Im Mittel werden 9 Eizellen gewonnen. Gut die Hälfte der Eizellen erreichen am Tag nach der Zusammenführung mit den Samenzellen des Partners das Vorkernstadium. Etwa jede dritte Eizelle im Vorkernstadium ist in der Lage, sich zu einem einnistungsfähigen Embryo im Blastozysten-Stadium zu entwickeln. Die Übertragung von einem, zwei und in Ausnahmefällen maximal drei entwicklungsfähigen Embryonen in die Gebärmutter erfolgt im Zeitraum zwischen dem 2. - 6. Tag nach der Eizellentnahme.

 

Grundsätzlich ist eine IVF oder ICSI Behandlung auch ohne Stimulation möglich, sofern eine Follikelreifung nachweisbar ist und ein regelmäßiger Monatszykluls vorliegt. Allerdings sind aufgrund der unberechenbarkit des Zeitpunkts des Eisprungs und der geringen Anzahl von Eizellen (in der Regel eine Eizelle) die Erfolgsaussichten deutlich geringer als unter der Stimulationstherapie. Daher bleibt die IVF oder ICSI im Spontanzyklus für die Fälle vorbehalten, bei denen aufgrund einer geringern Ovarialreserve auch mit der Hormonstimulation nur wenige Follikel heranreifen (low-response). In jedem Falle wird Ihr Arzt Sie diesbezüglich rechtzeitig und gründlich beraten.

 

Zumeist beginnt die Behandlung mit dem 3. Tag nach Beginn Ihrer Regelblutung. Falls Sie keine Regelblutung aufweisen (Amenorrhoe), dann kann nach Anweisung des Arztes diese mit Tabletten ausgelöst werden oder auch ohne Regelblutung der Behandlungsbeginn erfolgen. In jedem Falle ist uns der Behandlungsbeginn rechzeitig mitzuteilen. Wir bitten außerdem darum, den Stimulationsplan sorgfältig aufzubewahren, bei Rücksprachen und zu dem Untersuchungsterminen mitzubringen.

 

Im wesentlichen können, neben Tabletten (Clomifen), die folgenden Präparate zum selber spritzen (unter die Haut) zur Anwendung kommen:

 

I. Gonadotropine zur Stimulation des Eierstockes:

 

Die Dosierung rangiert von 25 bis 375 i.E (i.E = internationale Einheiten) und hängt im wesentlichen von den folgenden Faktoren ab:

 

1. geplante Behandlungsmethode: Bei Geschlechtsverkehr und Insemination werden geringere, bei IVF und ICSI höhere Dosen benötigt.

 

2. Alter der Frau: je jünger desto geringer die erforderliche Dosis.

 

3. BMI: Je höher das Körpergewicht, desto höher die Dosierung.

 

4. Eierstock-Reserve: Je höher der Wert des Anti-Müller-Hormons (AMH) im Blut und die Anzahl kleiner (antraler) Follikel im Eierstock (Ultraschall), desto geringer die erforderliche Dosierung.

 

5. Erfahrungen aus vorausgegangenen Behandlungszyklen

 

II. HCG oder Triptorelin (Spritzen) zum Auslösen des Eisprungs, manchmal auch zur Stützung der 2. Zyklusphase, sofern eine Hyperstimulation ausgeschlossen werden kann.

 

III. GnRH-Analoga oder -Antagonisten zur Unterdrückung des Eisprungs bis zur vollständigen Follikelreifung. Diese können als Depotspritze, tägliche Injektionen oder als Nasenspray je nach Protokoll zur Anwendung kommen. Eine Spezialform ist die GnRH-Pumpe, die bei speziellen homonellen Störungen des Mannes und der Frau zur Anwendung kommen können (dem hypogonadotropem Hypogonadismus).

 

IV. Progesteron in Form von Kapseln zum Schlucken, zum Einführen in die Scheide oder zum selbst spritzen (unter die Haut) oder zum spritzen in den Muskel (durch eine qualifizierte Person). Diese Präparate werden - nur bei medizinischer Notwendigkeit - beispielsweise bei IVF/ICSI nach dem Embryo-Transfer angewendet. Weitere, seltenere Indikationen sind Zyklusstörungen aufgrund eines Gelbkörperhormon-Mangels nach dem Eisprung oder in der Frühschwangerschaft (Lutealinsuffizienz).

 

Bei Anwendung der Hormonstimulation im Rahmen von zeitlich optimiertem Geschlechtsverkehr nach Auslösung des Eisprungs oder zur Vorbereitung einer geplanten Insemination (Samenübertragung in die Gebärmutter), findet eine Überwachung mittels Ultraschalluntersuchungen nach einem individuellen Plan statt. Häufig müssen zur optimalen Überwachung Blutentnahmen zur Bestimmung der Hormone Estradiol (E2), Luteinisierendem Hormon (LH) und Progesteron (Prog) erfolgen. 

 

Ziel der Stimulationsbehandlung bei diesen Verfahren ist es, die Reifung weniger Follikel mit anschließender Auslösung des Eisprungs. Grundsätzlich besteht dabei das Risiko einer überschießenden Reaktion des Eierstocks, mit dem Wachstum von 3 oder mehr Eibläschen, mit der Folge eines mit der Anzahl von Follikeln ansteigendem Mehrlingsrisikos. Daher ist die Überwachung der Stimulation durch speziell ausgebildete Ärzte notwendig. Sofern Ihr Frauenarzt über die notwendige Qualifikation verfügt, kann ein Teil der Untersuchungen nach Absprache dort erfolgen. Nutzen Sie bitte dazu das entsprechende Formular und lassen Sie dieses per Fax an uns senden. Eine telefonische Rücksprache kann außerdem über die Ärztehotline erfolgen. 

 

Dabei kommt man in der Regel mit einem bis zwei Untersuchungen im Behandlungsmonat aus.

 

In wenigen Fällen kann es erforderlich sein, über eine längere Zeitdauer von mehreren Wochen mit langsam ansteigender Dosierung zu stimulieren, was etwas Geduld erfordert. Sollte sich dieser Fall bei Ihnen abzeichnen, wird Sie Ihr Arzt im Vorfeld darüber informieren.

 

Die Einhaltung Stimulationsplans ist unbedingt erforderlich. Bei Abweichungen vom Plan und vor der Einnahme sonstiger Medikamente müssen Sie unbedingt mit dem Zentrum Rücksprache halten!

 

Es ist nicht erforderlich während der Behandlung grundsätzlich auf Geschlechtsverkehr zu verzichten, sofern Ihr Arzt das nicht ausdrücklich mitteilt.

 

Weitere Folgen und Risiken der Stimulationsbehandlung können vorübergehende Zystenbildung im Eierstock, Brustspannen, leichte Gewichtsschwankungen (etwa 1-1.5 Kg im Zyklusverlauf), Blähbauch-Gefühl und Ziehen im Unterleib sein. Bei entsprechender Symptomatik ist die körperliche Belastung (z. B.) zu reduzieren. Hier finden Sie das entsprechende Aufklärungsformular

 

Alle Ärzte bei novum sind Fachärzte mit einer mehrjährigen und fundierten Erfahrung in der Anwendung der vorbeschriebenen Methoden. Sie können versichert sein und erwarten, dass alle denkbaren Vorkehrungen getroffen werden, um Ihre Sicherheit und Gesundheit während der Behandlung zu wahren. Dennoch sich manche Risiken nie gänzlich zu vermeiden.

 

Die häufig vorhandene seelische Belastung in der Ausnahmesituation der Sterilität, kann durch Ängste und hormonelle Einflüsse während der Behandlung gesteigert sein. Sofern gewünscht, kann eine psychologische Begleitung kurzfristig angeboten werden. Da in der Regel die gesetzliche Krankenversicherung die Kosten nicht übernimmt, stellen wir dieses Beratungsangebot durch eine erfahrene und vom Netzwerk BKiD zertifizeirte Beraterin für Sie kostenfrei zur Verfügung.

Ablauf

Erfahren Sie mehr darüber, wie Sie Ihren Kinderwunsch erfüllen können. Klicken Sie auf die Grafik und Sie bekommen mehr Informationen zum Ablauf der Behandlung!

So finden Sie uns

Infoabend

Sehr informativ und beliebt 

Zum Infoabend bitte hier anmelden!

Falls der Infoabend belegt ist oder nicht stattfindet werden wir Sie informieren.

Novum gehört zum Netzwerk FertiPROJEKT. Bei uns können Männer und Frauen Maßnahmen zum Schutz ihrer Fruchtbarkeit durchführen lassen.

© 2018 B4:Media GmbH, www.b4-media.de

Zentrum für Reproduktionsmedizin

Überörtliche Gemeinschaftspraxis 

Prof. Dr. med. Thomas Katzorke

Dr. med. Susanne Wohlers

Najib N. R. Nassar

Prof. Dr. med. Peter Bielfeld

Dr. med. Sylvia Bartnitzky (ang. Ärztin)

Dr. med. Ruth Pankoke (ang. Ärztin)

Hauptbetriebsstätte:

Akazienallee 8 - 12

45127 Essen

Nebenbetriebsstätte:

Friedrich-Wilhelm-Str. 71

47051 Duisburg

Fon: +49201 29 4 29-0

Fax: +49201 29 4 29-14

 

info@ivfzentrum.de

www.ivfzentrum.de